Unsere Route südliches Afrika 2019


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Prolog

„Der schönste Moment im Leben eines Menschen ist der Aufbruch in fremde Länder.“
Sir Richard Burton

In wenigen Tagen starten wir wieder gen Afrika. Den Garten geben wir in die Obhut unseres langjährigen Gartensitters. Anne ist so lieb, ihr zuverlässiges Auge auch diesmal wieder auf Haus und Inhalt zu werfen.

Mit der South African Airline fliegen wir am 10. September nach Johannesburg, wo wir unser Auto erhalten. Nach Durchquerung des Nordens Südafrikas, geht es durch Botswana bis an den Sambesi, den Grenzfluss nach Sambia. Wir fahren in einer großen Schleife durch dieses uns noch unbekannte Land, wofür wir uns drei Wochen Zeit nehmen. Zum Schluss überqueren wir den Sambesi Richtung Süden und bleiben 3 Nächte in Kasane, wo wir am 13. Oktober ins Flugzeug steigen. Wenn nichts dazwischen kommt, landen wir frühmorgens am 14. Oktober in Frankfurt.

Wie jedes Mal vor der Reise türmen sich im Gästezimmer die Einzelteile des Gepäcks. Daunenschlafsack und Heizöfchen brauchen wir diesmal nicht, dafür aber Gegenmittel für den Krieg gegen die wirklich gefährlichen Tiere des Kontinents: Malariamücken und Tsetsefliegen. Imprägnierte und teilweise stichfeste Bekleidung (Socken, Hosen, Blusen bzw. T-Shirts) stehen diesmal ganz oben auf der „Must have“-Liste. Hinzu kommen chemische Mittel gegen die Biester, Fliegenklatschen (manuell und elektrisch), Fliegenfänger, Moskitonetze.

Damit uns in den letzten Tagen daheim nicht langweilig wird, pflegen wir Jules Mimosen und hüten den Kater der Familie. Er ist unzufrieden mit uns, beklagt sich lautstark und anhaltend, denn wir wagen nicht, ihn an die frische Luft zu schicken.

Unsere nächste Nachricht werden wir von unterwegs eintragen, bis dahin habt bitte Geduld mit uns. Bis denne dann!

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11.09.: Der schwierige erste Tag kompakt

Wir landen pünktlich um 07:25 Uhr in Johannesburg. Der Fahrer von Bushlore steht gut sichtbar vor dem Ausgang. Noch schnell am ATM Rands gezogen, und schon sitzen wir im Auto, das uns zur Niederlassung bringt. Der Bushcamper hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel, scheint jedoch in Ordnung zu sein. Auf den ersten Blick fällt uns nichts auf. Die Dellen unserer Vorgänger werden sorgfältig registriert, wir erinnern ans gebuchte Porta Potti, mahnen ein Stück „Teppich“ in der Kabine an und gehen ans Organisatorische. Wichtig, aber nach einer Nacht im Flugzeug wird alle Konzentration gefordert. Letztlich haben wir unsere Voucher übersehen und müssen 25 km zurückfahren. Wir erledigen unseren Großeinkauf, finden nicht alles, vergessen ein paar Dinge und fahren endlich zu unserem ersten Campingplatz in Bela Bela. Die Angestellte wollte schon gehen, als wir die Rezeption um 16:35h erreichen. Der Platz ist fast leer, nur noch eine Gruppe Südafrikaner hat ihre übliche Wagenburg gebaut. Beim Einräumen zeigt sich, dass der Camper ein paar Vorzüge vermissen lässt, die wir von Africamper gewöhnt sind. Wir werden eine Weile brauchen, um mit dem jetzigen Gefährt Freunde zu werden.

Hinweis:
Wir haben noch keine Bilder gesichtet. Internet ist kaum möglich und sehr langsam …

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12.09.: Wir starten zum Nationalpark Marakele

Wir verplempern Zeit mit Umräumen, neu sortieren, Vergessenes einzukaufen. Da der Camper höher ist als der vorherige, erstehen wir einen 2. Zweistufentritt, damit ich ins Bett steigen kann. Wir glauben zwar, frühzeitig im Bontle Camp einzuchecken, aber die Pirschfahrt fällt leider nur sehr kurz aus. Wie üblich, wird erst im Dunklen das Abendessen hergerichtet. Daran werde ich mich in den nächsten Wochen gewöhnen müssen.



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13.09.: Wir überqueren die Grenze nach Botswana

Ereignislos nähern wir uns der Grenze. Doch Halt! Am Eingang einer Mine sind riesige Bagger, Kräne und Schaufelbagger ausgestellt. Imposant! Der Limpopo markiert den Grenzverlauf. Südafrika verabschiedet uns schnell, jedoch auf der anderen Seite wird es kompliziert. Schuhe in eine eklige Pampe Stellen. Bitte auch die anderen Schuhe versorgen. Wir schummeln trotzdem! Dass auch verarbeitetes Fleisch unter die Maul- und Klauenseuche fällt ärgert uns, denn wir müssen Wurst und Salami abgeben. Okay, die Metzger in Mahalapye wollen auch leben. Schnell kaufen wir Vegetarisches und Fleischwaren ein und drehen ab ins Khama Rhino Sanctuary. Der erste richtige3 Urlaubstag, sagt Herbert. Wir ergattern einen schattigen Platz und fühlen uns wohl. Abendessen gibt es im Dunklen.


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14.09.: Pirschfahrt im NP

Endlich! Auf dem Weg zum Bird Hide lugt so allerlei Wild aus dem Busch: Schwarzfersenimpalas, Gnus, Zebras, Warzenschweine und eine bunte Vogelschar. Am Hide beglücken uns Perlhühnchenscharen, Zebras, ein Wasserbock, Mangusten und zu unserer riesigen Freude zwei weiße Nashörner. Der Gaukler hoch in einem Baum tut uns nicht den Gefallen, sich zu bewegen. Über Mittag machen wir Siesta, setzen uns dann ins Restaurant, um unsere Mails zu checken und Bushlore zu schreiben, weil ein paar kleine Probleme aufgetaucht sind. Die zweite Pirschfahrt am Nachmittag ist leider nicht ergiebig. Heute am Samstagabend ist es laut auf dem Campingplatz, zu viele Overlander und Großfamilien fallen ein und sind bis nach Mitternacht fidel.


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15.09.: Fahrtag mit Problemen

Herbert hat etwas gegessen oder getrunken, das seinem Darm nicht gut getan hat. Ich habe mir das Kreuz verdreht, als ich am ersten Abend die Trittleiter ins Auto gehievt habe. Die Fahrt ist eine Qual für uns beide. Das Essen in der Nata Lodge lassen wir ausfallen. Ich steige früh ins Bett, denn im Liegen geht es mir am besten. Herbert legt immer wieder die Strecke zur Toilette zurück.

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16.09.: 300 km Autobahn bis zum Senyati Safari Camp

Trotz vieler Potholes kommen wir gut voran. Ich versuche, meine Rückenschmerzen zu vergessen. Am Straßenrand sehen wir DikDiks, Hornraben, Giraffen und hurra um 09:29h den ersten Elefanten. Um 11:15 Uhr treffen wir bei Bushlore in Kazungula ein, erledigen erfolgreich ein paar Probleme und fahren ins Senyati SC. So gerne wir hier sind, diesmal gibt es Unannehmlichkeiten, den das Sanitärgebäude ist in wüstem Zustand, die Chefin nicht besonders freundlich. Doch die Putzfrau; die arme Person; erledigt ihr unerfreuliche Aufgabe bestens. Herbert sinkt ermattet in seinen Safaristuhl. Später hat er Gelegenheit, die Elefanten aus allen möglichen Positionen zu fotografieren. Nur wegen dieser großen Grauen sind wir hier. Das tiefe Brummen und ärgerliche Trompeten wird uns vermutlich bis in die Nacht begleiten.


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17.09.: Hardcore-Fahrt durch den Chobe NP

Wir sind statt der geplanten 3,5 Stunden 5 unterwegs. Während auf der Strecke bis Ihaha noch viele Tiere zu sehen sind, können wir uns auf dem 2. Teil bis Ngoma nur noch auf die abenteuerliche Wegstrecke konzentrieren. Am Grenzübergang nach Namibia dauert es wie gewohnt bürokratisch lang.

Wir fahren nach Katima M., kaufen ein, tanken und suchen unseren Campingplatz Namwi Island auf. Der Platz unter unserem Baum ist frei und wir stellen uns in seinen tiefen Schatten. Erstmals gelingt es uns, den Trompeter Hornvogel zu fotografieren, der hier seine Wohnung hat.




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18.09.: Horror an der Grenze nach Sambia

Die Ausreise von Namibia dauert nur 30 Minuten, aber dann geht es los. Kaum sind wir in Sambia, werden wir von Geldwechslern umlagert, es gibt kein Entkommen, bis wir Kwacha eingewechselt haben. Niemand versteht das System, nachdem wir die Grenzdienste in Anspruch nehmen müssen, niemand weiß, warum mal mit Kwacha, mal mit US$ gezahlt werden muss: Customs, Immigration, Insurance (wofür?), Interpol und Roadtax, nach zweieinhalb Stunden sind wir total erledigt. Auf dem Weg nach Sioma werden wir erneut angehalten, weil wir „Levy“ bezahlen sollen, jedoch dafür zum District Council im Ort fahren müssten. Wir diskutieren so lange, bis wir an Ort und Stelle 50 Kwacha zahlen „dürfen“. Ich lese später im Hupe, dass diese Gebühr nur für Händler bestimmt ist. Unser Ziel Whispering Sands im Nationalpark Ngoma Falls ist eine angenehme Überraschung. Die Wirtsleute sind nett, das Dinner. ein riesiger Fisch, schmeckt ausgezeichnet. Herbert versucht vergeblich, den Blog zu aktivieren – keine Chance, Strato blockt Sambia! Wir geben auf, diesmal gibt es nur Mails an Interessierte. Nachzutragen ist, dass Herbert erst einmal Durchfall hat.

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19.09.: Atemberaubende Ngonye Falls

Nur wenige Kilometer von der Campsite entfernt, fahren wir in den Nationalpark ein, zahlen 150 Kwacha und wandern zu den Fällen. Die Landschaft ist atemberaubend, die Wasserfälle stürzen von verschiedenen Stellen aus in den Sambesi. Bald wird es heiß und wir kehren um. Den Viewpoint auf der Ostseite des Flusses finden wir nicht, denn Hinweisschilder gibt es keine. Wir relaxen auf der Campsite und im Restaurant der Lodge – man soll die Aktivitäten nicht übertreiben. Doch 4 männliche Mitarbeiter von KAZA nehmen das Restaurant für sich in Anspruch, schauen fern, reden laut und benehmen sich ungehobelt. Als sie nicht zahlen wollen, protestieren die Mitarbeiterinnen der Lodge so lange, bis sie das Geld herausrücken. Mutige Frauen!


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20.09.: Weiterfahrt über Mongu zum Ikithe Luxury Resort

Wir füllen in Mongu die Vorräte auf, ziehen am ATM 4000 Kwacha, tanken und geben unser 24 km weites Tagesziel im Navi ein.

Der Weg hat mehr Potholes als Teer, dazwischen Tiefsand, die Straße ist voller Menschen. Wir brauchen zwei Stunden. Dann stehen wir vor dem Ressort. Das Tor müssen wir selbst öffnen, die Rezeption ist großkotzig, ein Angestellter zeigt uns den Weg zur Campsite. Der Sand ist so tief, dass man bis zu den Knöcheln versinkt. Der Stellplatz liegt wunderschön an einem ruhigen See, mit weißem Sandstrand. Doch Wasser, Strom, Klopapier und Mülleimer müssen angefordert werden. So pompös die Ablutions sind, der Service ist mangelhaft. Es kommt noch schlimmer. Wir sind die einzigen Gäste und es nicht Wert, dass man sich kümmert. Beim Dinner fällt endgültig der Strom aus und damit auch alles Wasser. Kerzen oder andere Leuchtmittel sind an uns offensichtlich nur Verschwendung. Aufs Dinner warten wir in tiefer Finsternis. Okay, der Koch gibt sich Mühe, doch wir sind sauer. „Luxury“ scheint hier von unterschiedlicher Bedeutung.




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21.09.: Auf miserablen Straßen zu Roy’s Restcamp

Kein Wasser morgens in den Ablutions, wir machen, dass wir wegkommen zurück bis Mongu und dann nach Osten. Ab Mittag tragen die Menschen sonntägliche Kleidung, schließlich ist Samstag. Müssen wir an einer Kontrollstelle anhalten, kommen Händler ans Auto und reichen uns Bastmatten, Gemüse oder lebendige Hühner herein. Die Straße bis zum Kafue ist sehr schlecht, auch die M9 ist nicht besser. Die Humps sind künstlerisch verfeinert, und machen ein Viertel der Strecke aus. Wir überqueren den Kafue auf einer Behelfsbrücke und steuern Roy’s Camp an. Es liegt fast schattenlos am Ufer des Flusses, die Einrichtungen sind einfach, aber funktional – beinahe luxuriös. Wir duschen erst einmal! Später hören wir den Hippos zu, gehen früh zu Bett.

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22.09.: Wir entern den Kafue Nationalpark

Die Einfahrt liegt ein paar Kilometer auf der westlichen Seite des Kafue. Das Schild „Spinal Road“ sowie der Hinweis auf unsere nächste Unterkunft „Kasabushi Camp“ sind nicht zu übersehen. Am Gate blasen wir die Backen auf, weil wir für die 5 Tage im NP mit Fahrzeug 320 US$ bezahlen müssen. Der Weg ist gut befahrbar, der Busch ausgetrocknet, teilweise verbrannt, Wild sehen wir nur gelegentlich. Alle Wasserdurchfahrten sind trocken, hinter uns weht eine riesige Staubwolke her. Wir erreichen das wunderschöne Kasabushi Camp direkt am Fluss, aus dem uns die Hippos lautstark grüßen. Die Ablution sind künstlerisch wertvoll und gleichzeitig bestens durchdacht, eine Arbeit der Besitzer.
Abends machen wir eine Flussfahrt. Der Kafue ist mit Felsen durchsetzt, nicht mit dem Kwando zu vergleichen. Langsam gleiten wir dahin, zwängen uns durch Stromschnellen, winken den Hippos zu, die uns beobachten. Gut, dass ich vor der Tour die Linsensuppe vorgekocht habe, so muss ich sie nur noch warmmachen. Sobald wir in der Dunkelheit Licht brauchen, sind wir von Insekten umschwirrt. Eine Tsetsefliege beißt mich schmerzhaft in die Schulter.

Während Herbert den Schlaf der Gerechten absolviert, werde ich vor Mitternacht wach, weil in nächster Nähe ein Elefant das Buschwerk knackt und frisst. Ich wage mich nicht zur Toilette!





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23.09.: Durch den Kafue Nationalpark zur New Kalala Lodge mit Campsite

Traurig, wie ausgetrocknet der Busch ist. Dazwischen immer wieder verbrannte Flächen. Teils ist der Weg gut befahrbar, dann wieder rattern wir über Wellblech, knallen durch tiefe Senken und schwanken durch betonierte Flussdurchfahrten, von denen keine Wasser führt. Selten lugt ein Kudu, eine Antilope oder ein Warzenschwein aus dem Gebüsch und hetzt von dannen. Erfolge der ruppigen Piste: Chaos im Kühlschrank, 2 kaputte Eier, ausgelaufener O-Saft, eine zerbrochene Halterung für Besteck.

Nach knapp drei Stunden erreichen wir den Ithezi Thezi Stausee, aus dem ein Wald toter Baumgerippe ragt. Die New Kalala Lodge liegt romantisch am Berg, aber die Ablutions der Campsite lassen zu wünschen übrig. Vom überdachten Sitzplatz aus habe ich beim Schreiben einen herrlichen Blick über den See und auf die Staumauer. Es dauert, bis wir das Auto waagerecht und gleichzeitig schattig gestellt haben. Wir beschließen den Abend an einem kleinen Lagerfeuer.


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24. 09.: Ein Tag mit bester Aussicht

Gestern Abend in der aufkommenden Dunkelheit haben wir zugeschaut, wie sich die Lichter der vielen Fischerboote über den See bewegen. Außer dem Sternenhimmel, dem beleuchteten Ort Itehzitehzi und unserem Lagerfeuer die einzig sichtbaren Lichter.  Sie fischen Sardellen, sagt man uns. Wir machen es uns heute gemütlich, Herbert nutzt den Pool, wir ordern ein Dinner im Restaurant der Lodge, dessen Lage über dem See beneidenswert ist. Doch die Lodge ist in einem Zustand, der als Auflösung bezeichnet werden muss. Mobiliar, Toiletten, Duschen sind zwar sauber, aber nur noch als Schrott zu bezeichnen. Offensichtlich wurde hier einmal investiert und nie wieder etwas gepflegt. Dass auch hier der Strom abschnittsweise ausfällt, ist der wirtschaftlichen Situation Sambias ebenfalls geschuldet. Das Personal ist sehr freundlich, es gibt Internet, Essen und Wein sind schmackhaft.





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25. 09.: Abenteuerliche Fahrt durch den Busch

Wir brechen früh auf, hoffen, über den Staudamm fahren zu können und wollen im Ort ein paar Dinge besorgen. Weder dürfen wir über den Staudamm fahren, noch ist das Fotografieren erlaubt. Keine Ahnung, was am Damm so besonders ist. Die Einkäufe beschränken sich auf Brot, Klo- und Küchenrollen, unsere Bedürfnisse decken sich darüber hinaus nicht mit denen der Einwohner. Die Straße hat uns wieder: Potholes, Humps der schlimmsten Sorte, lange Umleitungen durch Staub, Sand und über getrocknete Lehmwege sowie Kontrollen aller möglichen Art. Ein Polizist will uns weismachen, wir bräuchten einen sambischen Führerschein. Wir vermuten, dass er nicht wusste, was „international“ auf unserem Führerschein heißt. An der Straße spielt das Leben: Stände mit Gemüse, Obst, Backsteinen, Mengen an Holzkohle in Kiepen. Hier wird der ehemals üppige Wald Sambias verfeuert. Der regionale Transport wird mit überladenen Fahrrädern durchgeführt. Einmal fahren wir an einer Stelle vorbei, wo Kinder? bzw. junge Menschen ohne Schutzvorrichtungen große Steinbrocken zu Kies unterschiedlicher Größe zerklopfen, wagen aber nicht anzuhalten, um zu fotografieren.

Dann erreichen wir die 24 km lange Zufahrt zur Kaingu Lodge, wo wir zwei Nächte bleiben wollen. Auf einem einspurigen Fahrweg durch abgebrannten, noch verschonten oder aber brennenden Wald geht es zur Lodge. Auf den Fenstergummis, den Scheibenwischern sitzen Hunderte Tsetsefliegen neben- und übereinander. Ganze Schwärme umschwirren uns. Uns ist unwohl. Einmal kommt uns ein Expeditionsfahrzeug entgegen, sonst sind wir allein. Wir entscheiden uns, statt zwei Nächten nur eine zu bleiben. Dann wird uns die Entscheidung abgenommen: Quer über dem Weg liegt ein riesiger Baum, vor Kurzem abgebrannt an seinem Fuß, der noch glimmt und raucht. Ein Umfahren ist nicht möglich, zu dicht ist der Wald. Wir erwägen auszusteigen, nach dem Beil zu suchen, das Abschleppseil zu aktivieren, doch die Tsetsefliegen hindern uns daran, die Türen zu öffnen. Wir müssen Kaingu streichen. Nach einer längeren Strecke Rückwärtsfahren finden wir ein Fleckchen, um vorsichtig zu wenden.
Wir landen nachmittags wieder in Roy’s Camp, nehmen unseren Schlafbaum ein und begrüßen Marc, Roy’s Assistenten, sowie die Hippos im Kafue. Es gibt Schweinegulasch mit Kidneybohnen und ein Gläschen Wein bzw. Bier.




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26. 09.: In Lusaka werden wir abgezockt

Eigentlich wollten wir in Lusaka nur einkaufen und dann eine Nacht im Pioneer Camp verbringen, bevor wir ins South Luangwa Tal weiterfahren. Weil wir einen Tag Kaingu übrig haben, bleiben uns zwei Nächte im Pioneer Camp. Aber noch sind wir nicht da.

Die M 9 bis Lusaka ist gut zu fahren. Je näher wir der Hauptstadt kommen, desto stärker wird der Verkehr, bis wir im Chaos zwischen Fahrzeugen, Passanten, aufdringlichen Straßenhändlern, Lastenkarren und Gegenverkehr landen. Mir ist unbegreiflich, dass wir ohne Blessuren hindurchgekommen sind. An der Tankstelle wird berichtet, die Technik für die Koordination der Ampeln sei ausgefallen. Es dauert, bis wir eine Lücke finden, um uns erneut ins Verkehrsgewühl einzufädeln. Kaum haben wir es geschafft, winkt uns eine Polizistin zur Seite, dirigiert uns in eine Nebenstraße, behauptet, unser Navi sei eine Kamera, doch das klappt nicht. Wir seien bei Rot über die Ampel gefahren – doch da war keine. Großes Palaver, bis ich sie von einer Bankeinzahlung über 750 Kwacha auf 300 Kwacha in bar kann herunterhandeln. Quittung? Nix da. Korruptes Aas!

Als wir die Mandu Hill Mall erreichen, wissen wir, dass wir das Schlimmste überstanden haben, wir befinden uns auf der anderen Seite der City. Shoprite in der Mall hat alles, was es bei uns auch gibt. Das liegt an dem internationalen Publikum durch ausländische Vertretungen und Firmen. Wir packen das Auto voll und fahren zu unserem Ziel. Den Abend verbringen wir in geselliger Runde mit einer Frau aus Hannover, die seit Jahren ihre Urlaube allein in Afrika verbringt.


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27.09.: Pause im Pioneer Camp

Nach dem Frühstück trudelt Antje, unsere Gesprächspartnerin von gestern Abend, ein und wir plauschen gemütlich miteinander. In unserem Bambushain ist es schön schattig, so dass es sich aushalten lässt. Dann füllen sich die Stellplätze mit Wochenendcampern, es wird unruhig. Eine Familie mit zwei Kindern tobt durch den Staub, und im Nu gesellen sich mehrere einheimische Jungs aus der Nachbarschaft hinzu. Gut, dass es Wasser und Seife gibt! Das Abendessen nehmen wir wieder in Gesellschaft von Antje ein, trinken ein Fläschchen Wein dazu und verschwinden im Camper. Es wird die kälteste Nacht unserer Reise, doch wir überleben.

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28.09.: Unser nächstes Ziel ist Petauke

Der Verkehr aus Lusaka hinaus ist heute am frühen Samstagmorgen heftig, die Schlaglöcher im Asphalt sind es auch. Doch von Kilometer zu Kilometer bessert sich der Zustand in beiderlei Hinsicht. Auf Plakaten lesen wir, dass die EU diese Great East Road mitfinanziert hat. Wir passieren kleine Dörfer, die uns viele Humps bescheren, blicken auf das Leben am Rande der Straße. Frauen verkaufen Tomaten, Melonen, kleine, uns unbekannte Früchte. Holzkohle wird in Massen angeboten. Das Handwerk boomt, ob Schreinerei oder Ziegelei, es wird gearbeitet. Am frühen Nachmittag fahren wir in Petauke ein, belegen einen Platz im Chimwemwe Camp und fahren in den Ort, um Trinkwasser zu kaufen. Hier tanzt der Bär! Eine Popgruppe hat ihre Technik aufgebaut und ersetzt Können durch Lautstärke. Wir wagen ein paar Schritte ins Marktgewusel hinein, wo Schuhe (einzeln?), Gartengeräte, T-Shirts und Konserven nebeneinander verkauft werden. Da wir als einzige Weiße angestarrt werden, fahren wir nach kurzer Zeit ins Camp zurück. Nach einem Abendessen aus Resteverwertung sitzen wir noch lange am Lagerfeuer.


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29.09.: Was falsche Karten so anrichten können

Viele Wege führen zum Wildlife Camp, mal schwierig, mal einfach zu befahren. Die Strecke über die Missionsstation lehnen wir nach wenigen Metern ab, zu holprig, zu ungewiss, da sie nur als Pfad eingezeichnet ist. Wir fahren weiter auf der Great East Road bis Chipata, von wo eine neue Straße nach Mfuwe beim Wildlife Camp führen soll. Da unsere Papierkarte und das Navi unterschiedliche Strecken angeben, werden wir verunsichert, bis nach knapp 30 km ein Hinweis nach Mfuwe kommt. Gut, wenn eine Strecke korrekt geroutet wurde, darauf kann man sich auch dann verlassen, wenn eine Straßenbezeichnung in der Papierkarte an völlig falscher Stelle steht. Um mittags ein Uhr kommen wir an und werden von einem kleinen Trupp Elefanten begrüßt. Hier wollen wir vier Tage verbringen, bevor es zurückgeht bis Lusaka und von dort nach Livingstone. Unser Stellplatz liegt herrschaftlich über dem Luangwa. Leider ist es sehr warm und windstill. Wir nehmen Kontakt mit unseren Nachbarn, einem Schweizer Ehepaar auf, das seit zwei Jahren unterwegs ist. Das Camp ist voll, hier wären wir ohne Anmeldung nicht aufgenommen worden. Den Abend verbringen wir auf der Terrasse über dem Luangwa, hören den Hippos zu und beobachten die Wasservögel, bis es dunkel ist.





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30.09.: Pause nach den Tagen auf der Straße

Das Camp ist DIE Adresse zum South Luangwa Nationalpark. Hier treffen sich Lodgegäste, Reisegruppen und Selbstfahrer wie wir. Das Fahrzeug und wir müssen dringend überholt werden. Der Pool lädt ein, zumindest uns abzukühlen. Wir lernen – ganz unverbindlich – Nachbarn kennen. Heute sucht Herbert Holz für ein Lagerfeuer direkt am Fluss. Für morgen melden wir uns zum Dinner an. In der Flusslandschaft vor uns leben viele Wasservögel, Hippos und Elefanten sind unterwegs. Im Dunst geht über dem breiten Flusstal die Sonne unter und verspricht einen weiteren schwülheißen Tag. Trotz 29°C schlafen wir fest.

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